Zeichnungsberechtigter haftet nicht für Kontoinhaber


Ein in Österreich mit Unterstützung der Wirtschaftskammer sehr umtriebiger Verein klagte ein Tschechisches Unternehmen und dessen Geschäftsführer auf Unterlassung von an Österreichische Unternehmer gerichtete Aussendungen, deren Inhalt als irreführend eingestuft wurde, weil trotz mehrmaligen Hinweises, dass es sich dabei um ein Vertragsangebot handelt, nicht klar sei, dass ein Vertrag nicht bereits zustande gekommen ist.

Oder kurz: Österreichischen Unternehmern wurde unterstellt, dass sie entweder nicht sinnerfassend lesen können, oder dass sie ihr Unternehmen derart schlampig führen, dass sie nicht wissen, was der Unterschied zwischen einem Angebot und ein Vertrag ist. Beides trifft auf den durchschnittlichen Österreichischen Unternehmer wohl eher nicht zu.

Damit aber nicht genug, aufgrund der Vorgeschichte und einer dabei offensichtlich entwickelten persönlichen Abneigung wurde die Klage auch gegen ein weiteres Familienmitglied geführt, dem bei Gründung des Unternehmens eine Zeichnungsberechtigung eingeräumt wurde. Der Verein argumentierte, dass diese Zeichnungsberechtigung auch eine wettbewerbsrechtliche Gehilfenhaftung für die genannten Aussendungen nach sich zieht (und sparte dabei nicht mit persönlichen Untergriffen).

Die Antwort aller Instanzen dazu war: Nein, nein und nochmals nein.

Wer für ein Konto zeichnungsberechtigt ist, haftet für unlautere Handlungen des Kontoinhabers nicht, wenn

  • er/sie rechtlich keinen Einfluss auf den Kontoinhaber ausüben kann,
  • ihm/ihr der Grund für Zahlungseingänge auf dem Konto nicht bekannt sind oder
  • er/sie keine Kenntnis von den haftungsbegründenden Tatumständen hatte.

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