Wo Banane drauf ist, muss Banane drin sein

Zwar sind auf der Verpackung Bananenscheiben zu sehen, doch tatsächlich enthält die Bananenmilch von NÖM nur einen Bruchteil der abgebildeten Früchte. Die Arbeiterkammer klagte gegen die Mogelpackung und bekam nun vor Gericht recht. Produkte, die mit Fruchtfotos beworben werden, müssen auch nennenswerte Anteile der Frucht aufweisen, so das Urteil.

Ausgangslage für den Spruch war ein Rechtsstreit um eine Bananenmilch von NÖM, die mit aufgeschnittenen Bananenscheiben auf dem Produkt beworben wurde. „Doch drinnen war gerade einmal ein fingernagelbreites Stück Banane (0,5 Prozent Bananenmark). Der Geschmack kam von synthetischen Aromen“, so die Arbeiterkammer (AK). Für die AK war dies eindeutig eine irreführende Produktaufmachung. Der Hersteller berief sich auf ein korrektes Zutatenverzeichnis (orf.at).

Die AK bekam nun in erster (Landesgericht Wiener Neustadt) und zweiter Instanz (Oberlandesgericht Wien) Recht. Es reiche nicht aus, wenn im Zutatenverzeichnis der korrekte Anteil ausgewiesen ist, so nun das Gericht. Was auf der Verpackung gezeigt wird, müsse auch in entprechendem Umfang enthalten sein.

Ob eine Geschäftspraktik irreführend ist, richtet sich immer nach dem Gesamteindruck, den der mündige Konsument bei flüchtiger Betrachtung gewinnen kann. Der OGH hat schon im Jahr 2011 im Fall „Waldbeeren Fruchtschnitte“, dass eine „Waldbeeren Fruchtschnitte“ aus echten Waldbeeren (und nicht bloß aus Aromastoffen) hergestellt werden und auch nach solchen Früchten schmecken muss.