Trading-Apps verkaufen Glücksspiel als Geldanlage

An der Börse handeln wie ein Profi: binäre Optionen versprechen schnelle Renditen, zumindest in der Werbung. Aus einhundert Euro könne man über 2000 Euro machen, und das in nur einer Stunde. Die Geldversprechungen scheinen auf fruchtbaren Boden zu fallen.

Onlineplattformen, die damit an das Geld der Konsumentinnen und Konsumenten wollen, schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. „24 option.com“ zählt neben „BDSwiss“ zu den bekanntesten Anbietern binärer Optionen und setzt in der Vermarktung in erster Linie auf ein sportliches Image (orf.at).

Doch wie immer sie auch heißen mögen, ob BD Swiss, Banc de Binary oder 24option.com: binäre Optionen seien keine Finanzprodukte und haben mit echten Börsenoptionen nicht das Geringste zu tun. Tatsächlich gleichen die angeblichen Termingeschäfte mit binären Optionen eher einem Roulettespiel als einer echten Börsenspekulation. Statt Wertpapiere zu kaufen, setzt man Geld auf Aktienkurse und wettet, ob die Kurse steigen oder fallen. Sagt man die Entwicklung richtig voraus, gewinnt man zwischen 50 und 80 Prozent des Einsatzes. Liegt man falsch, ist das gesetzte Geld zur Gänze verspielt.

Wird die Wette gewonnen, bedeutet das übrigens noch nicht zwangsläufig, dass der Gewinn an den Spieler ausgezahlt wird. Schon per Wikipedia-Definition zählen binäre Optionen zu den so genannten „Exotischen Optionen“. Exotische Optionen zeichnen sich laut Wikipedia durch „komplizierte Auszahlungsverfahren“ aus. Dies trifft auf binäre Optionen in jedem Fall zu. Die Betreiber haben in ihren AGBs diverse Klauseln versteckt, um eine Gewinnauszahlung zu erschweren, zu verzögern oder gar zu verhindern.