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Eine kurze Geschichte über die Verlegung meiner Kanzlei

Wie ihr inzwischen sicher schon mitbekommen habt, habe ich meine Kanzlei von der Zelinkagasse 14, 1010 Wien, in die Plankengasse 1, 1010 Wien, verlegt. Dieser tatsächlichen Sitzverlegung sollte die virtuelle Sitzverlegung folgen, damit ich auch in den unendlichen Weiten des Internets räumlich eineindeutig zugeordnet und gefunden werde.

Bei einigen Plattformen scheine ich mit diesem Anliegen aber an die Grenzen des Machbaren – und an die Grenzen der Programmlogik – gestoßen zu sein.

Auf Facebook war die Änderung zum Beispiel schon einmal unmöglich. Das Speichern der Information „Plankengasse 1, 1010 Wien“ verursacht permanent einen Fehler, und ich werde aufgefordert sicherzustellen, dass die Informationen richtig und vollständig sind.

Nun ist die Information „Plankengasse 1, 1010 Wien“ zweifelsohne richtig und vollständig, und ich erstelle daher testhalber eine neue Facebook Seite mit dem Namen „DEREZI“. Dort kann ich die Adresse „Plankengasse 1, 1010 Wien“ problemlos eingeben. Soweit so unlogisch.

Ich recherchiere also weiter und finde auf einer schlauen Website die Information, dass Facebook die Standortdaten der Suchmaschine Bing verwendet. Auch wenn für mich nicht nachvollziehbar ist, wieso Facebook das tun sollte, versuche ich dort mein Glück.

Dort erlebe ich allerdings mein nächstes blaues Wunder. Abgesehen davon, dass Bingplaces anscheinend nicht weiß, welche Sprache es ausgeben soll, wenn die Spracheinstellung „Deutsch“ ist,

wirft Bing meinen Kanzleisitz nach wie vor in der Zelinkagasse 14 aus, obwohl ich die Daten in Bingplaces schon auf Plankengasse 1 geändert habe.

Bing weist zwar darauf hin, dass die Daten von Yelp stammen – also nicht von Bingplaces, wie man eigentlich annehmen sollte – aber auch auf Yelp habe ich die Daten schon längst geändert, und sie sind dort auch richtig gespeichert: Plankengasse 1. Trotzdem findet man meine Kanzlei in Bing noch immer unter Zelinkagasse 14.

Wer auch immer das verstehen soll, ich verstehe es nicht. Und ich möchte es ehrlich gesagt auch nicht verstehen, weil ich für derartige Inkompetenz kein Verständnis haben will, schon gar nicht, wenn mit so einem Pfusch Milliarden verdient werden. Wenn ich als Rechtsanwalt so arbeite wie diese Plattformen kann ich nach einer Woche zusperren.