Spur zu Freimaurern beim Buwog Prozess

Nach dem Ausfall der Verhandlungstage in der Vorwoche befragte am Dienstag Meischberger-Anwalt Jörg Zarbl den Viertangeklagten Hochegger. Zarbl bezog sich zu Beginn auf Hocheggers Freimaurervergangenheit. Er soll seine Kontakte zu Justizkreisen, die ebenfalls Freimaurer sein sollen, dazu genutzt haben, um im Vorfeld des Prozesses eine Art Kronzeugenregelung zu bekommen, so die Vermutung.

Auch zum Abschluss der Befragung durch Zarbl stand der von ihm vermutete illegale Deal zwischen Hochegger und der Staatsanwaltschaft einmal mehr im Mittelpunkt. Den Vorwurf der Absprache wies Hochegger mehrmals zurück: „Auch wenn Sie das noch mal anbohren, es wird sich daran nichts ändern“, so Hochegger. Zarbl hingegen vermutet, dass die Justiz Hochegger zugesagt habe, dass er deutlich weniger Strafe bekommt, wenn er die anderen Angeklagten belaste. Damit würden sich die Vertreter der Justiz strafbar machen (orf.at).

Er beantragte abschließend eine ganze Reihe von Zeugen, allen voran die Leiterin der WKStA, Ilse-Maria Vrabl-Sanda. Auch die beiden Oberstaatsanwälte Alexander Marchart und Gerald Denk sowie Hocheggers Anwalt Leonhard Kregcjk und Hocheggers ehemalige Anwälte Karl-Heinz Plankel und Andre Zankl sollen in den Zeugenstand geladen werden. Weiters beantragte der Meischberger-Anwalt die Ladung des Chefredakteurs des „Falter“, Florian Klenk. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft können zumindest Plankel und Zankl einvernommen werden.

Zuerst eine Verschwörungstheorie mit Freimaurern in die Welt zu setzen, ist schon nicht sehr originell. Aber den Anwalt Hocheggers und dessen ehemalige Anwälte als Zeugen zu beantragen, riecht schon ziemlich nach Verschleppungsabsicht. Schon einmal etwas von der anwaltlichen Verschwiegenheitspflicht gehört?