Sportgeschäft verlangt nach negativer Online-Bewertung 1200 Euro

Ein 24-jähriger Oberösterreicher besuchte in Begleitung seines Vaters ein Sportgeschäft im oberösterreichischen Pasching, um ein Fitnessgerät für zuhause zu erwerben. Der junge Mann war von der Beratung enttäuscht und hatte das Gefühl, dass diese bloß versuchte, die teuersten Produkte zu verkaufen, wie help.orf.at berichtet. Mehrere Monate später kehrte er ins Geschäft zurück, war aber wieder nicht zufrieden mit dem Service.

Aus diesem Grund gab der 24-jährige dem Geschäft auf Google eine negative 1-Stern-Bewertung, ohne diese weiter zu begründen. Kurz darauf bekam er eine Facebook-Nachricht vom Geschäftsführer des Sportgeschäfts. Der wollte in einer freundlich formulierten Mitteilung wissen, wieso der enttäuschte Kunde diese Auswahl getroffen hatte (derstandard.at).

Der Oberösterreicher ignorierte die Nachricht allerdings – und bekam kurze Zeit später per Post einen Anwaltsbrief, in dem 1200 Euro für die schlechte Bewertung verlangt wurden – gedroht wurde mit einer Klage. Weiters wurde er dazu aufgefordert, eine Erklärung zu unterschreiben, welche von ihm verlangte, die Bewertung zu löschen. Begründet sei dieser Unterlassungsanspruch damit, dass die Bewertung geschäftsschädigend sei. Der Anwalt war an seine Adresse gelangt, indem seine Mitarbeiterin sich mit ihm auf Facebook anfreundete.

Solange die abgegebene Bewertung wahr ist – der Oberösterreicher also nachweislich schlecht beraten wurde – kann das Sportgeschäft mit seiner Forderung brausen gehen. Und dass der Kollege seine Mitarbeiterin nicht dazu anstiften darf, sich mit der Gegenseite auf Facebook anzufreunden, um an dessen Adresse zu gelangen, sollte eigentlich bekannt sein.