Leihwagenkunde zahlt für Strafe des Vormieters

Mietwagenfirmen verlangen als Kaution meist die Kreditkartendaten ihrer Kundinnen und Kunden. So kann der Autoverleiher im Schadensfall direkt vom Konto abbuchen. Wie mühevoll Reklamationen sind, musste Hartmut D. erfahren.

Hartmut D. hat bis jetzt nur gute Erfahrungen mit Autoverleihern gemacht. Diesmal mietete der Mann bei der renommierten und international tätigen Mietwagenfirma Avis ein Auto für eine Reise nach Kärnten und Slowenien, zwei Wochen zum Preis von 630 Euro. Als Zahlungsmittel und Kaution diente, wie bei Mietwagenfirmen üblich, seine Kreditkarte. Nach der Reise retourniert der Kunde das Auto, damit war für ihn die Sache erledigt (orf.at)

Zwei Monate später entdeckte er, dass Avis erneut Geld von seinem Konto abgebucht hat, diesmal rund 1.700 Euro. Angeblich wäre Herr D. mit dem Auto nicht zwei Wochen, sondern drei Monate lang unterwegs gewesen.

Das Geld war schnell abgebucht, der Einspruch dagegen gestaltete sich mühsam. Auf seine E-Mail-Beschwerde hin erhielt der Kunde wochenlang keine Antwort, im Gegenteil. Avis schickte ihm ein Strafmandat wegen Schnellfahrens in Kiel. Als Beweis diente ein Radarfoto. Herr D. ärgerte sich, er war nicht in Kiel, sondern in Kärnten. Der Mann auf dem Radarfoto war ein anderer Avis-Kunde.

Herr D. hätte sich den Ärger und den mühsamen Weg auch ganz einfach sparen können. Unberechtigte Kreditkartenzahlungen können grundsätzlich zurück gebucht werden, und sollte das im konkreten Fall nicht möglich sein, hätte Herr D. sein Geld mit Hilfe eines Rechtsanwalts sehr rasch wieder bekommen. Auf einen gerichtlichen Zahlungsbefehl, der ins Haus flattert, hat bisher noch jedes zahlungsfähige Unternehmen rasch reagiert.