Kroatengedenken: Experte widerspricht Behörde

„Das Mauthausen-Komitee hat den Verfassungsexperten Bernd-Christian Funk ersucht, ein Gutachten zur kroatischen Ustascha-Gedenkfeier auf dem Loibacher Feld zu erstellen. Er widerspricht nun darin der Behörde, die sagt, sie könne das Treffen nicht unterbinden.

Funk betont in seinem Gutachten, dass die Veranstaltung – abgesehen von der Gedenkmesse – dem Versammlungsgesetz unterliege. Die zuständige Behörde sei verpflichtet, auf die Einhaltung des Gesetzes (Anzeigepflicht, Untersagungstatbestände, Ordnungsdienst, Überwachung, Auflösung) zu achten und gegebenenfalls einzuschreiten. Besonders Versammlungen, deren Zweck den Strafgesetzen widerspreche, seien zu untersagen.

„Am Ende des Kurzgutachtens wird unmissverständlich festgehalten, dass weder die katholische Messfeier noch die Abhaltung der Versammlung auf einem Privatgrundstück die Behörden und Exekutivorgane von ihren Überwachungs- und Interventionspflichten befreien. Ein absichtliches ‚Wegsehen‘ könnte den Tatbestand des Missbrauchs der Amtsgewalt erfüllen.“ (orf.at).

Für Österreicher wurde die Versammlungsfreiheit unter dem Vorwand der öffentlichen Sicherheit gerade erst eingeschränkt, bei Kroatischen Faschisten schauen die Kärntner Behörden und wie so oft auch die katholische Kirche aber lieber weg. Dabei braucht es kein Gutachten eines Verfassungsexperten, um diese Rechtsfrage zu klären.

§ 6 des VersammlungsG ist deutlich genug: „Versammlungen, deren Zweck den Strafgesetzen zuwiderläuft oder deren Abhaltung die öffentliche Sicherheit oder das öffentliche Wohl gefährdet, sind von der Behörde zu untersagen.“ Aber in Kärnten lernen die Behörden halt trotz Ulrichsberg nichts dazu. Ob wenigstens die Staatsanwaltschaft bereits ermittelt?