Haftung für Schaden durch Silvesterrakete

Ein Teilnehmer einer Silvesterparty kaufte Feuerwerksraketen. Er ging mit einer weiteren Person und dem Beklagten hinaus, um die Raketen abzuschießen. Einer der drei nahm einen Sechser-Träger Bier mit in den Garten und stellte ihn dort ab. Dann wurde je eine Rakete vom Käufer und vom Beklagten abgefeuert. Als der dritte Teilnehmer eine Rakete in eine der Bierflaschen steckte und sie zündete, kippte die Bierflasche um. Die Rakete stieg nicht senkrecht auf, sondern flog zum Nachbargrundstück, wobei sie in einem Gebüsch hängen blieb und etwa einen Meter über dem Boden explodierte. Durch die Explosion wurde die Thujenhecke der Kläger in Brand gesetzt. Dadurch entstand ein Schaden in Höhe von 9.089,30 Euro, die die Kläger von allen drei Beteiligten ersetzt haben wollen.

Der Oberste Gerichtshof gab der Klage statt, weil das Abschießen von Feuerwerksraketen im Ortsgebiet verboten war. Dass der Beklagte die Rakete, die zum Brand führte, nicht selbst abschoss, befreit ihn aufgrund des gemeinsamen Zusammenwirkens nicht. Dass der Beklagte die Tat nicht beeinflusste, konnte nicht festgestellt werden, ebenso wenig, dass der Raktenabschießer die Rakete auch ohne Beitrag des Beklagten abgefeuert hätte. Die Zerstörung der Thujenhecke entstand somit nicht unabhängig vom gemeinsamen Verhalten aller Beteiligten; der Beklagte haftet daher solidarisch mit dem Käufer und dem „Raktenabschießer“ für den eingetretenen Schaden.