EuGH verbietet teure Kundenhotlines

Die Hotlines vieler Unternehmen sind für Kunden oft nur über teure Mehrwertnummern zu erreichen. Dem schiebt der Europäische Gerichtshof (EuGH) nun einen Riegel vor. Ein Anruf bei einem Kundendienst darf nicht mehr kosten als ein gewöhnliches Telefonat, so der EuGH in einem aktuellen Urteil.

Wer im Internet kauft, kann bei Problemen nicht mal schnell im Geschäft vorbeischauen. Meist muss er zum Hörer greifen, um mit dem Händler zu sprechen. Unschön, wenn das teuer wird – wegen teurer Mehrwertnummern, bei denen oft viel höhere Kosten als für einen normalen Festnetzanruf fällig werden. Eine Praxis, die viele Kunden ärgert (orf.at).

Der EuGH hat nun klargestellt, dass Kunden für Anrufe bei Servicenummern nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden dürfen. Zu hohe Telefongebühren könnten Verbraucher davon abschrecken, sich im Zusammenhang mit ihrem bestehenden Vertrag an ein Unternehmen zu wenden, begründeten die Luxemburger Richter ihre Entscheidung.

Die Kosten dürfen demnach nicht höher sein als bei Telefonaten unter gewöhnlichen Festnetz- oder Mobilfunknummern. Das Urteil bezieht sich aber nur auf Fälle, in denen Konsumenten bereits einen Vertrag mit einem Unternehmen abgeschlossen haben – beispielsweise, indem sie ein Produkt gekauft haben – und dann Fragen dazu haben.

Für Österreich bedeutet das, das Rufnummern mit 0810-, 0820-, 0720- und 05-Vorwahlen, die teilweise (je nach Tarif des Kunden) wesentlich mehr kosten als gewöhnliche Anrufe unter einer geografischen Nummer oder einer mobilen Nummer, nicht mehr für Kundenhotlines verwendet werden dürfen, wenn diese Fragen rund um Produkt und Vertrag betreuen.