„Champagner Sorbet“ muss nach Champagner schmecken

Wenn ein Sorbet Perlwein aus der Champagne enthält und das den Geschmack prägt, dann darf es auch „Champagner Sorbet“ heißen. Dies stellte der Europäische Gerichtshof am Mittwoch nach einem jahrelangen Rechtsstreit französischer Winzer mit dem deutschen Discounter Aldi klar.

Ob allerdings ein 2012 von Aldi zu Weihnachten verkauftes Dessert diesen Ansprüchen genügt, muss nun der deutsche Bundesgerichtshof beurteilen. Der Streit geht also in die nächste Runde, obwohl das umstrittene Produkt schon längst aus dem Aldi-Sortiment verschwunden ist (derstandard.at).

Im Kern geht es um die Verwendung der geschützten Bezeichnung „Champagne“. Aldi Süd hatte einen Nachtisch als „Champagner Sorbet“ verkauft, der zu zwölf Prozent aus dem bekannten Perlwein besteht. Der französische Winzerverband Comite Interprofessionnel du Vin de Champagne sah EU-Recht verletzt und klagte. Er argumentierte, Aldi und sein Lieferant hätten sich zu Unrecht des exklusiven Images der Champagne bedient.

Nach dem Urteil des EuGH ist dies nicht unbedingt der Fall – der Bundesgerichtshof muss das nun nach den ihm vorgelegten Beweisen prüfen. Dabei sei die „im Sorbet enthaltene Menge an Champagner ein wichtiges, aber kein ausreichendes Kriterium“. Entscheidend sei, dass das Produkt als „wesentliche Eigenschaft einen hauptsächlich durch Champagner hervorgerufenen Geschmack hat“.