Auszug aus einer Stellungnahme der Jugendgerichtshilfe

Seitens der FJGH bestehen keine Bedenken gegen die Kontaktausübung des Vaters an seinem aktuellen Wohnort sowie den Wunsch des Vaters, in seiner Kontaktzeit mit dem Kind Ausflüge zu unternehmen oder Familienmitglieder und Freunde zu besuchen. Die Wohnsituation des Vaters ist als ausreichend kindgerecht zu betrachten, altersangemessene Spielsachen und Kleidung sind vorhanden. Im Zuge der Interaktionsbeobachtung kann ein aufeinander bezogener, harmonischer und vertrauter Umgang zwischen dem Kind und dem Vater beobachtet werden.

Da bei beiden Elternteile aktuell keine Gefährdungsmomente ersichtlich sind, und eine ausreichende Gesprächsbasis zwischen ihnen gegeben ist, spricht aus fachlicher Sicht nichts gegen eine Obsorge beider Eltern mit hauptsächlicher Betreuung des Kindes durch die Mutter. In diesem Zusammenhang ist zu bedenken, dass die Alleinobsorge eines Elternteils ein größeres Risiko von Kontaktabbrüchen birgt, während die Obsorge beider Eltern in vielen Fällen zu positiven Auswirkungen auf das Klima in der Familie und die Sicherung und Ausgestaltung der Beziehung zwischen einem Kind und dem getrennt lebenden Elternteil führt.

Für die positive Entwicklung eines Kindes ist es wesentlich, dass auch nach der Trennung der Eltern die Beziehung zu beiden Bezugspersonen sowie die damit verbundene Erziehungsvielfalt erhalten bleiben kann, was regelmäßige Kontakte zum getrennt lebenden Elternteil voraussetzt.